Spielberichte

14.09.2017. Was ist Fußball? 13 Tore bei Rixdorf!!!

Pouh! Der Schreiberling schnauft, es ist einfach zu viel los. Die 40er wollen nicht nachstehen. Dem tollen 6:3 der Ü50 folgen sie mit einem alles überragenden Auftritt in Rixdorf, der in Sachen Spielwitz, Chancen und Tore auf Jahre Maßstäbe setzt….. 6:7 für KSV!

Mal wieder unser HERR der Fussballgott: Beim KSV, so die Nachricht seiner Engelsboten, finden sich neuerdings viele seiner Lieblinge, die man auch fünf Mal die Woche nachts zum Fußballspielen wecken kann. Also hat er sich mit Geduld die eher dürftigen Vorstellungen gegen Weissensee und Hilalspor angeschaut und am Dienstag voller Wonne das Spektakel gegen NSF Gropiusstadt reingezogen. Noch gestern Abend hat er beim Gedanken an die ‚Torjäger‘ Andi, Mario und Bernd unter Tränen gelacht.

Besagte Tränen gingen dann als Spätsommerschauer über Neukölln nieder. So den Blick gereinigt, machte sich der HERR zwischen Wolken bequem um seinen kleinen Helden vom KSV wieder auf die Füße zu schauen.

„Aha“ denkt er sich „interessant!“ Rixdorf hat fünf seiner Verbandsligakicker zum Warmmachen geschickt. Weil ihm das etwas fett erscheint, lässt er zwei von denen sich zanken, so dass einer beleidigt wieder vom Platz geht. Viermal Verbandsliga. Na, das soll genug Herausforderung für den KSV sein, hat er doch in Gestalt des 10er und 12ers zwei Akteure von Rixdorf gesehen, die auf engstem Raum eine komplette Abwehr austanzen und Toreschießen können. Was sie dann im Spielverlauf auch machen.

Und auf Seiten des KSV? „Auch aha!“ Die Abwehr ist mehr als ordentlich. Andreas im Tor ist eh über alle Zweifel erhaben, was er mit einer Vorstellung der Extraklasse unter Beweis stellt. (Lieblingsszene des Spiels: Ein Rixdorfer Stürmer zieht aus drei Meter spitzer Winkel voll ab, so dass der heranstürzende Andreas mitsamt Ball herumgeschleudert wird. Und? Andreas steht ungerührt auf, den Ball fest in den Händen, weite Ausholbewegung und die Kugel Ronen punktgenau in den Lauf geworfen. Noch Fragen???) Vor Andreas agieren Tino, Mike, Micha und Andi, also reichlich Routine, Stellungsspiel, Wucht und ordentliche Spieleröffnung. Das passt. „Jepp, geil!“ entfährt es seiner Majestät als er seinen Spezi Thomas sieht, denn er weiß, dass sich in Sachen Präsenz und Umschaltspiel halb Fussballberlin die Finger nach ihm ableckt. Offensiv? „Jawolla, großes Kino garantiert! Ronen, Ronny, Willi! Ballbeherrschung, Tempo, Torgefahr…..“

Ab geht die wilde Fahrt. Die ersten zehn Minuten sind aus Sicht des KSV noch zum Vergessen. Zum Glück wird sich das ändern. Doch zu Beginn geht Rixdorf wie warmes Messer in Butter durch die Abwehr des KSV. Bis zum 2:0 schwitzt Rixdorf nicht mal.

Defensiv lassen sie es folglich sehr locker angehen. Nach fünf Minuten kombiniert sich auch der KSV  mühelos vor deren Kasten. Doch Ronny versagen Zentimeter vorm Tor die Nerven. Nicht viel besser ein paar Szenen von Willi, der bereits den Klagegesang anstimmen will. Der HERR runzelt mit der Stirn und schnappt sich die Drei in einer kurzen Spielunterbrechung. Tiefer Blick in die Augen. „Na Jungs? Wo ist euer Mut? Männer wollt ihr sein? Ok, dann Schnauze halten. Fußball ist Toreschießen und ihr macht jetzt die Dinger. Nachts auf dem Kopfkissen braucht ihr mir nicht mit Geheule kommen!“

Und das wirkt. Türöffner ist der Anschluss zum 2:1. Ronen, Willy und Ronny legen sich in Überzahl den Ball eine gefühlte Ewigkeit hin und her. Die KSV Kurve dreht sich schon genervt um, wird doch eh nix. Aber Ronen ist langsam auf Betriebstemperatur und verwandelt locker links unten. Nun ist der Glaube und Temperatur bei allen da. Der KSV reiht Offensivszenen wie Perlen an einer Schnur, während sich Rixdorf im Gegenzug mit exzellenter Ballbeherrschung durch die dichte KSV Abwehr arbeitet. Torszenen gibt es folglich wie geschnitten Brot. Es hätte auch für ein 15:15 gereicht.

Doch der KSV macht ernst, die Abwehr greift immer besser zu und nach vorne zeigen Willi und Co. eine echte Galavorstellung. Super ausgespielte Konter, trockene Abschlüsse, ein Freistoß in bester Willimanier und Thomas‘ Kracher nach toller doppelter Seitenverlagerung. In einer packenden zweiten Hälfte bleibt der KSV immer in Vorleistung. Rixdorf kämpft um Anschluss, resigniert aber schlussendlich beim 6:7 für KSV.

Tränen der Rührung bei unserem HERRN nehmen ihm leider die Sicht. Das böse Umknicken von Ronny, den wir verletzt vom Feld tragen müssen, kann er also nicht verhindern. Warum, fragen wir IHN? Womit haben wir das verdient? Was willst DU denn noch???

Mehr Fußball als gestern geht nicht. Wir drücken Ronny die Daumen!

Bernd

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13.09.17. Drei, zwei, eins Klasse… 6:3 gegen Gropiusstadt

Dörwald Drei!!!!!!!!! Schäfer Zwei!!!!!!! Vogelsang Eins! NSF Null!!!!!!!!!!!!!!

Das erste echte Ü50 Heimspiel in der Vereinsgeschichte des ruhmreichen KSV Johannisthal 1980 e.V. gerät zu einer schon jetzt legendären Schlacht, welche einen Ehrenplatz in den Geschichtsbüchern sicher hat. Am Schlachtensaum johlten je länger, desto ekstatischer Chikago, Lothar, Elmar, Sauri, Sabine, Sascha, Katharina, Running, Matthies, Marco…

Was ist geschehen?

Die revolutionäre Kampftruppe des Kleinen Verschworenen Vereins, kurz KSV, hätte in Erwartung eines hohen Blutzolls eigentlich das rote Jersey von NSF Gropiussstadt tragen müssen und NSF, als Vertreter des Berliner Ü50 Hochadels, unser Fürstlich Blau. Vor Spielbeginn sammeln sich unter den gut gefüllten Luxuslogen unserer Gäste ganze Heerscharen wohltrainierter Männer aus Gropiustadt. In Neukölln sind derweilen wohl die Straßen leer. Die schon im ersten Saisonspiel erfolgreichen Südberliner wollen auch den KSV unter ihre eisenbeschlagenen Imperialistenstiefel nehmen.

Doch wir haben etwas dagegen. Von der ersten Minute an agiert der KSV zu allem entschlossen und sammelt Ballgewinn an Ballgewinn. NSF ist völlig von der Rolle. Noch während ihr Kommandant brüllend die Disziplin seiner Truppe einfordert, startet Dörwalds Andi seinen sensationellen Auftritt. Kess die Milizonären-Kappe in den Nacken geschoben und freche Lieder auf seiner Zahnlücke pfeifend, erklärt er die glänzenden Bajonettreihen des Gegners für gegenstandslos. Andi, der alte Wagemut, wird im Spielverlauf die eminent wichtigen Treffer zum 1:0, 2:1 und 4:3 markieren, als täte er auch sonst nichts anderes. Früh erzielt er das 1:0 und sieht kurz darauf  seinen Capitano Bernd allein im Duell mit dem Gästekeeper. Doch Rädelsführer Bernd schiebt den zu 198 Prozent Sicheren kläglich am langen Pfosten vorbei. Das rächt sich prompt. NSF  nutzt einen derben Schnitzer der in Disziplin weniger geschulten KSV Guerilleros zum 1:1. Bis zur Pause nehmen sie dann ihren tausendfach eingedrillten Exerzierschritt auf um den kleinen KSV Trupp in den Schmutz der Tucholla Kampfbahn zu treten.

Doch die vereinbarte Waffenruhe spielt dem KSV in die Karten. Erfrischt und weil sich nun der Blick gen heimisches Casino richtet, marschiert anfangs der zweiten Hälfte nur der KSV.  Ludger, Rene, Tino, Andreas, Andi, Mario, Bernd, Gerald und Justus werfen sich in jeden Ball, kein Meter ist zu schade und offensiv sind alle zu allem entschlossen. Die zweite Halbzeit entwickelt sich zu einem echten Spektakel. Gegen 2 NSF Treffer werden 5!!! vom KSV stehen.  Vorweg wieder Andi, der aus vollem Lauf zum 2:1 erhöht. Nur Minuten später lässt sich sein sonst so disziplinierter Milizenoffizier Mario vom Überschwang anstecken, geht Höchsttempo über rechts und verwandelt mit Schmackes zum 3:1.

NSF nun den drohenden Karzer ihrer heimatlichen Kasernen gewahr, besinnt sich seiner Kampfesdisziplin. Wieder straucheln die Ungestümen vom KSV und erlauben binnen zwei Minuten das 3:2 und 3:3. Nun soll der KSV zur Strecke gebracht und ihre Anmaßung hart bestraft werden. Bilder des in Ketten abgeführten KSV werden heraufbeschworen!

Aber die Rechnung nicht mit Andi gemacht. Sein freches Pfeifen ist einem grimmigen Brummen gewichen. Erneut aus vollem Lauf verwandelt er zum 4:3. NSF taumelt. Im dichtem Kampfgetümmel vor ihrem Tor läuft der Ball über Rene und Bernd zu Mario, der sich nicht bitten läßt. 5:3. Beim finalen 6:3 wählt Bernd diesmal die kurze Ecke und verwandelt eiseskalt. Die zuvor wohlsortierten NSF Truppen zerfallen in ihre Bestandteile und wenden sich der wilden Flucht zu.

Schlussbild: In Rauch gehüllt hockt der KSV unter wehendem KSV Banner auf einer Barrikade.  Elmar hat man mitsamt Rollstuhl hochgehieft. Um ihn herum die glückseligen Widerstandskämpfer, ihre Augen gen Osten, Richtung Heimatcasino und der aufgehenden Sonne einer glanzvollen Zukunft…..

Il Comandante Bernd

P.S.

Vielleicht sollte ich angesichts der verheerenden Kriege weltweit solcherlei martialisches Geschreibe unterlassen und die NSF Kicker mögen die gänzlich verzerrte Darstellung ihres sehr fairen Auftritts verzeihen. Aber so reitet einen manchmal der Teufel und wenn ich mit meinem Schlachtenbild Lazlo einen Zaunpfahlwink geben kann, dann immer gerne…

Gestern sahen wir den krassen Aussenseiter KSV gegen Favorit Gropiusstadt. Reminiszenz an Deutschland-Ungarn. Andi müsste schiessen…. Tor, Tor, Tor….. Aus. Das Spiel ist aus… halten Sie uns für verrückt…

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09.09.2017. Ü40 startet mit 1:1 und doppelt gesegnet!

Altschiri Atze Strehlow und kein geringerer als Helmut Rahn, Gott hab‘ ihn selig, legten gestern segnend die Hände auf unseren geliebten KSV,  welcher derart gestärkt in eine gute Saison gehen wird…

Strehlows Klaus steht nicht im Verdacht vom Altligafussball keine Ahnung zu haben oder billige Komplimente zu verteilen. Nehmen wir ihm also ab, dass er ein sehr gutes Kreisligaspiel gesehen haben will und uns für kommende Aufgaben Mut zusprach. In der Tat war ein intensives Spiel zu beobachten, dass von beiden Seiten auch aufgrund nicht vorhandener Ersatzspielerkontingente sehr seriös und konzentriert vorgetragen wurde. Selbstkritisch wollen wir einwerfen, dass es dennoch viel Luft nach oben gab. Aber wen wundert es angesichts eines neu zusammengestellten Teams. Das 1:1 ging also trotz Chancenplus in Ordnung.

Zum Spielverlauf: Dem schusselig hergeschenkten 0:1 nach zwei Minuten rennen wir leider lange hinterher, da uns trotz besserer Spielanlage die letzte Zielstrebigkeit vorm Tor abgeht. Das deutlich besser als in der Vorsaison aufgestellte Hilalspor verteidigt allerdings 60 Minuten sehr robust, wovon ein arg zerbeulter Ronen ein Lied singen kann, und hat den Rückhalt eines sehr guten Keepers sicher, der einige Male zu Glanzparaden gezwungen wird. Letztlich muss uns also ein exzellent getretener Freistoß zum Ausgleich und als Maximalausbeute genügen.

Trotz aktuellem Riesenkader bringt die Ü40 des KSV nur 7 4/5 Spieler aufs Grün. Rene hat nur 30 Minuten Zeit, Ludger startet völlig aus der Kalten, Bernd humpelt noch zum Gotterbarmen, Andreas hat gebeulte Knöchel, die schon beim Hingucken weh tun und Sascha schmeißt schon nach dem Aufwärmen mit Ars…zerrung das Handtuch. Da diese Truppe der Versprengten, so noch nie aufgetreten ist, erstaunt die fast durchweg harmonische Performance. Brilliant übrigens Keeper Andreas, der seine ganze Klasse auf der Linie und im Spielaufbau unter Beweis stellt. Im Verbund zeigt der KSV viele zügig vorgetragene Angriffsaktionen, die wir geduldig aus der Tiefe vorbereiten. Dem stehen griffige Abwehraktionen gegenüber, welche den druckvoll agierenden Hilalspor Kickern den Schneid abkaufen. Vor allem Tino und Bernd lassen es einige Mal ordentlich scheppern, hart aber immer fair. Auch Rene  und Ludger, die sich die Halbzeiten als Linksverteidiger teilen, verdichten defensiv klug die Räume und schieben mutig mit an. Die Offensivreihe aus Ronen, Thomas und Saar wiederum überzeugt durch gute Anspielbarkeit und zielführende Laufwege. Für die konsequente Aushebelung der Gästeverteidigung fehlt uns jedoch die letzte Genauigkeit.

Nun gut. Unsere neu formierten Teams der 40er und 50er kommen erst ins Rollen und bedürfen noch der Feinjustierung. Angesichts der heute gezeigten Leistung sind wir jedoch guter Dinge.

Apropos Gutes Ding. Damit wir zum Zweck des maximalen Erfolges vom richtigen Geist beseelt werden, hat uns Ludger eine antike Ledermurmel als Talismann gestiftet, mit der wahrscheinlich Helmut Rahn weiland das „Wunder“ besiegelte. Den Anblick dieses Glücksbringers müssen wir fortan unserem Cheftrainer Laszlo zumuten, und somit sein Trauma von Bern vertiefen. Aber wie wir ihn kennen, wird er nun zeigen wollen, dass Ferenc Puskas und nicht Fritz Walter den Fußball erfunden hat. Soll er doch, und in jedem Spiel bitte drei Buden!

Gruß, euer Bernte

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