Spielberichte
11.05.2013. Grazie a dio: 1:1 gegen Club Italia
Der 17. Spieltag der Saison 2012/13 sieht ein spannendes und teils hart umkämpftes Remis zwischen KSV und dem Club.
Gegenüber den zuletzt schwachen Darbietungen tritt der KSV wie rundumerneuert auf und zeigt sich laufstark, variabel, diszipliniert in der Defensive und doch mit viel Zug zum Tor. Die erste Halbzeit geht eindeutig an den KSV der vor allem über die Flügel mächtig anschiebt und sich etliche gute Torchancen erarbeitet. Herausragend ist Pit, der ausgehend von der linken Defensive und im Zusammenspiel mit Bernd für mächtig Alarm sorgt und mit seinem Pfostenkracher in der 1o’ dem Ziel schon sehr nahe war. Sehr nahe kommt auch Georgie, der halbrechts völlig frei zum Schuss kommt, doch dann dem Keeper die nicht vorhandene Frisur richtet anstatt das Ding reinzuhauen. Der erst geschonte Jan bricht dann den Bann. Per Kopf gibt er Mitte der ersten Hälfte auf Stefan, der aus Mittelstürmerposition sofort hart abzieht. In der Not reißt der italienische Verteidiger den Arm hoch und der Schiri pfeift zurecht den 9er für uns. Pfeifen tut auch Stefan, sich unauffällig vom Ort des Geschehens entfernend, um nicht schon wieder der Dumme sein zu müssen. Justus teilt aber Pit ein und der verwandelt traumwandlerisch aus seiner Sicht ins rechte Eck.
Ende der ersten Halbzeit muss Andreas leider mit Rückenbeschwerden vom Platz. Sehr schade, denn Andreas ließ dem immer anspielbaren und äußerst gefährlichen Italiastürmer kaum Luft zum Atmen und brillierte wie immer mit tollem Stellungsspiel. Ohnehin müsste man ein Hohelied auf ihn singen, denn nach den letzten schwachen Spielen ohne ihn, war seine Präsenz sofort spürbar und Abwehr verdiente wieder ihren Namen.
Mit Pit als letzter Mann geht der KSV in die zweite Hälfte und läßt sich fünfzehn quälend lange Minuten arg bedrängen. Da Pit nun weitgehend in der Defensive gebunden ist, tun wir uns lange schwer wieder Druck aufzubauen und wackeln bei einigen Aktionen bedenklich. Italia schnuppert Morgenluft und erarbeit sich mit seinen dribbelstarken Akteuren über die Mitte einige gute Chancen, die wir aber in bissigen Duellen und Dank einer tollen Parade von Helmut vereiteln können. Nach einem unglücklichen Ballverlust im Mittelfeld bekommt der Italiastürmer nur einmal wirklich Platz und gleicht aus. Eine Chance, ein Tor. Das nennt man eiskalt.
In den letzten Minuten kann sich der KSV wieder freischwimmen und kommt durch einen tollen Drehschuss von Stefan, einem Kracher von Pit und vor allem einem wuchtigen Kopfball von Inge nach toller Flanke von Georgie zu guten Chancen. Eine Bude gelingt dabei leider nicht mehr. Bei einem grenzwertigen Tackling gegen einen Spieler von Italia im eigenen Strafraum bleibt kurz vor Schluss zum Glück die Pfeife stumm. Ein Sieg von Italia wäre aber auch nicht gerechtfertigt gewesen. Wir hatten in der Summe mehr vom Spiel und haben endlich mal mit Variabilität, guten Ballpassagen und Seitenverlagerungen schönen Fussball gezeigt.
Es waren beteiligt: Helmut, Justus, Andreas, Inge, Pit, Jan, Georgie, Bernd und Stefan. Am Spielfeldrand: Andre, Onkel Björni mit Inges Kronsohn und Sabrinas Küken, Chicago und Elmar.
Es grüßt tiefenenspannt Bernte
P.S.
Mio dio e mama mia!!! Da war mitunter ordentlich südliches Temperament am Werke. Die Folge: ein paar Gelbe und Schimpftiraden die selbst bei rein intuitiver Übersetzung so zarten Seelen wie mir zu Schamesröte verholfen haben. Fussball als Kulturaustausch, auch schön …
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25.04.2013. Derbytime in Adlershof
Die Duelle des KSV mit Chemie Adlershof versprühen noch unverfälscht den herben wie auch schlichten Charme, den Altherrenfussball in den Niederungen des Berliner Fussballs hat. Hier geht es wenig um die technische Finesse sondern in der Hauptsache um Leidenschaft und Einsatzwille bis an die Grenzen des Erlaubten. Danach gibt es Shakehands und Wünsche für die Zukunft, die auf beiden Seiten nicht in den rosigsten Farben gemalt ist, hat man doch hüben wie drüben genug Not einen geordneten Spielbetrieb aufrecht zu halten.
Chemie gegen KSV ist auch Derbytime, denn man residiert räumlich und tabellarisch in nächster Nachbarschaft. Die jüngere Vergangenheit dieser Begegnungen (Saison 2010/11 und nun 12/13) zeigt deshalb auch ein recht ausgeglichenes Bild und auffällige Besonderheiten bzw. Parallelen. Zwei Siegen von Chemie stehen zweien vom KSV gegenüber, wobei die Siege in schöner Gleichmäßigkeit mal von dem, mal von jenem errungen werden. Das die Derbys ernst genommen werden, zeigen die Ergebnisse, denn es wird jeweils auf Sieg gepowert und es fallen immer viele Tore. So verzeichnen die Fussballchronisten eine Statistik von 14:10 Toren zugunsten des KSV (6:3, 2:3, 3:0, 3:4). Macht durchschnittlich sechs Tore pro Begegnung und das ist schon bemerkenswert bei Mannschaften, die ihr Heil im Kreisligabetrieb sonst in verstärkter Defensive suchen.
Was gab es noch zu beobachten? Vereinfacht galt für die letzten Begegnungen die einfache Formel “der KSV gewinnt nur dann, wenn er den 10er von Chemie (seines Zeichens Mittelstürmer) in den Griff bekommt”. 2011 hat dieser Chemie gegen KSV zum Sieg geschossen und heute entwandt sich besagter Spieler in überragenden 5 Minuten dem Zugriff der hilflos hinterhereilenden KSV Defensive. Schwupp waren drei Dinger im Kasten. Als sich nach Abpfiff Schlachtenlärm und -staub gelegt hatten, stand folgerichtig Chemie als ebenso glücklicher wie abgekämpfter Sieger fest.
Mit dem zwischenzeitlichen 3:3 konnten sich beide Seiten angesichts der ausgegebenen Devise “Attacke” nicht zufrieden geben. So war die hart umkämpfte zweite Halbzeit von etlichen Tor- und Konterszenen geschmückt, die entweder von den zwei überragend agierenden Torhütern zunichte gemacht bzw. kläglich vergeben wurden oder sie verliefen sich im wahrsten Sinne des Wortes entkräftet im Sande (So gesehen bei Ingo, der aber schon 10 km auf der Uhr hatte). Die Entscheidung zugunsten von Chemie brachte dann ein 9 Meter kurz vor Schluss, der offensichtlich aus einer Kann- und nicht Musssituation resultierte. Sch… drauf! Chemie hat hart für den Sieg gearbeitet und den KSV über weite Strecken in die Schranken weisen können. Insofern neidet ihm der KSV den Sieg nur ein bisschen.
Drin war er jedoch auch für die 1980er, denn die gingen durch ein wunderschönes Stürmertor zunächst in Front und hatten nach dem schockierendem Dreifachschlag (10′-15′) kurz vor und nach der Pause mit dem 3:2 und 3:3 entsprechende Antworten parat. Sehr schön, dass der gerade erst genesene Georgie wieder einmal seinen Torriecher bewiesen hat, noch schöner aber die klasse Stürmertore vom ollen Martin, der zweimal steil geschickt wird und dann eiskalt vollstreckt. Noch schöner war Geralds Traumflanke zum zwischenzeitlichen 3:3. Da hat er in dieser Woche wohl gut dem Götze und Schweini zugeguckt und sich endlich mal zu seinen Offensivqualitäten bekannt: In der 40′ Minute bekommt Gerald den Ball in seinem gemütlichen Defensiveckchen zugespielt, fackelt diesmal aber nicht lange, sondern schickt One-touch mit einem herrlichen 50 Meter Diagonalpass Martin steil und Schluss mit Gemütlichkeit, denn den muss Martin dann einfach machen.
Stefan, Georgie, Bernd und Ingo hätten auch müssen. Aber das Schlachtenglück war diesmal Chemie wohl- gesonnen und die KSV Herrlichkeit verblasste auswärts wieder einmal zu mattem Glanz bzw. profanem Dilletantismus. Und wie gesagt: Es gab gute Keeper, die nicht geneigt waren sich mit Sonntagsschüssen bezwingen zu lassen.
Dank an alle Beteiligten inklusive der Zaungäste und Gratulation an Chemie!
Bernd
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19.04.2013. 5:1 Niederlage in Rehberge. Über Kurioses, kleine Tode und den Willen zur Macht
Gehen wir vom Kuriosen über das Schöne zum Ernsten:
2009 haut ein glänzend aufgelegter Justus einem in doppelter Unterzahl angetretenen türkischen Ligakonkurrenten fünf Dinger ein und Hardo versenkt im letzten Herbst die in einfacher Unterzahl auflaufenden Borussen aus Pankow. Das durfte ich beim KSV schon erleben. Aber in Überzahl vorgeführt zu werden, so wie jüngst von Rehberge ist mir in den Reihen des KSV noch nicht passiert. Absehbar war es schon, denn ohne Auswechsler, zwei mit Zerrungen gehinderten Ü50ern und der mit Martin, Bernd und Inge derzeit wenig durchschlagkräftigen Offensivreihe war abzusehen, dass es mehr als eng wird. Selbst nach dem Platzverweis des Rehberger Linksverteidigers beim Stand von 2:0 (Min. 15′) hatten wir nie eine Chance, wenn auch spürbar mehr Raum. Aber die Rehberger sind zu fünft doppelt so viel gelaufen wie wir zu sechst, hatten eine Klasse Raumaufteilung, tolle Ballsicherheit und zwei, drei Akteure, die in der Kreisliga sicher nur selten ein Gastspiel geben. Kurioserweise wurde mit Rot wieder jener Spieler auffällig und in doppeltem Sinn ausfällig, der schon im Hinspiel äußerst unflätig gegen Elmar als Ersatzschiri gesündigt hatte. Diesmal war es wieder ein Disput mit dem Schiri, der den zornigen jungen Mann zu Unbedachtsamkeit getrieben hat: Es ging um ein angebliches Foul, Lachen, Fehlpässe, Überheblichkeit und Beleidigungen. Ein Wort gibt das andere, Ergebnis Rot: Muss man erlebt haben, um es zu glauben. Kurzfristig gab es dann noch die Drohung eines Spielabbruchs wegen des störenden Trainingsbetriebs auf dem Nachbarplatz. Immerhin war der Schiri schon auf dem Weg Richtung Kabinen als es dann doch noch eine gütliche Einigung gab. Selten, aber so war es gewesen.
Schön war Martins Tor. Nach Zuspiel von Bernd über links täuscht er an nur Abprallen zu lassen, windet sich dann aber mit Ball um den Verteidiger und schliesst sein hart bedrängtes Solo trocken mit Pieke und durch die Beine des Torhüters ab. Schön auch zwei Pässe vors Tor. Der eine von Martin hinter die Abwehr, wo Inge schon fast jubelt, aber dann Millimeter am Ball vorbeifliegt. Dann noch ein Ball von Bernd auf Martin, der rechts durch ist aber dann leider nur das Außennetz trifft. Das wars dann aber schon mit der Schönheit unsererseits.
Die Rehberger wiederum haben mit schönem Fussball nicht gegeizt. Der stets gefährliche 9er verwandelt traumwandlerisch aus fünf Metern zum 1:0 nach gefühlvollem Lupfer, den Gerald fast noch mit der Grätsche wegpiekt. Aber eben nur fast. Fantastisch und ungeheuer wuchtig der Kopfball zum 2:0 und später ein Schuss in rechte Toreck zum 4:0 von dem im wahrsten Sinne des Wortes alles überragenden und omnipräsenten Mittelfeldspieler der Rehberger. Der holt nach rustikalem Tackling von Gerald noch einen 9er raus, den Gleichnamiger locker links zum 5:1 einschiesst. Ansonsten war es für uns eine Lehrstunde in Sachen unermüdlichen Gegenpressings, Spiel ohne Ball und zwingendem Auftreten vorm Tor. Was Rehberge vorgelegt hat, war sehr gute Fussballkost und würde in dieser Besetzung und Form immer für eine Aufstiegskandidatur reichen.
Apropos Lehrstunde. Wir haben die Lektion bei der Niederlage in Frohnau und nach den ersten Eindrücken des Spieles gegen Rehberge wieder einmal nicht gelernt, denn sonst hätten wir uns von der Überzahlsituation nicht locken lassen. Es war doch klar, dass wir das Spiel nicht machen werden, angesichts von riesig klaffenden Lücken zwischen den Mannschafstteilen und gravierenden Mängeln in den Grundtugenden Passgenauigkeit und Torabschluss. Warum unser Leiden unnötig vergrößern, sinnlos Kraft verpulvern und sich eine Demütigung nach der anderen per Ansage abholen? Wie schon dereinst beim üblen 8:1 in Mahlsdorf. Natürlich ist Fussball sehr oft Leiden und Demütigung, was wohl selbst die vielen überaus begabten Kicker unterschreiben würden, die sich derzeit in der Allianzarena von den Bayern bei lebendigem Leibe die Haut abziehen lassen.
Für jeden KSV Spieler ist Leiden ohnehin stets im Programm inbegriffen. So haben sich auch Justus und Andreas, verletzt wie sie waren, für den KSV aufgeopfert, denn sie wussten im Vorhinein, dass die Beine nach dem Spiel noch mehr schmerzen würden ohne dass ein Siegesrausch den Schmerz lindern wird. Jeder beim KSV war am Mittwoch bereit, diesen kleinen Tod zu sterben. Ist es dann aber ein KSV eigener Todestrieb, der uns anstachelt den Schmerz unnötig zu vergrößern bzw. die Todesarten unzählig zu variieren? Wenn es eh unvermeidlich weh tut, warum versuchen wir dann nicht den Schmerz klug zu rationieren. Warum nicht die Risiken eines sicher heldenhaften aber dummen Offensivgetues gegen den Versuch eintauschen es mal mit der Arschruhe zu versuchen, in die Breite und immer wieder hintenrum zu spielen, um Ball und Gegner ins Laufen zu kriegen. Sicher hätte das auch große Risiken und bedeutete einen Lernprozess Schmerzen inklusive. Aber wann, wenn nicht jetzt? Das ist der Weg, um im Fussball zur Reife zur kommen und klug den Spielrhythmus mitbestimmen zu können.
Aber wir wollen wohl nicht lernen! Warum? Ich sage, da fehlt der unbedingte Wille zur Macht. Die dialektischen Antipoden des Fussballpiels sind Demut und Macht. Das eine beinhaltet das eigene Leid, die andere Seite Dominanz und Triumph mit der Bereitschaft dem Gegner wirklich weh zu tun. An beidem kommt man nicht vorbei, selbst die Bayern aus München nicht, die grandios dominieren können und auch mal wieder abgrundtief stürzen werden. Leiden kann der KSV. Da bleibt ihm auch nichts anderes übrig. Aber Willen zur Dominanz? Die unbedingte Bereitschaft weh zu tun hat beim KSV zuletzt noch Mario vertreten, wenn auch mit Facetten, die uns zu weit gingen. Aber mit diesem Willen fehlt er uns sehr.
Rennen, weil man beim Fussball halt rennt; passen, weil man passt und schiessen, nur weil der Ball zum Schiessen da ist. Das ist viel zu oft Fussball der Marke KSV. Alibifussball ohne echtes Ziel und Willen, es sei denn, “sich Bewegen” ist uns schon genug. Jeder überstürzte Sturmlauf, jeder überhastete Fehlpass, jeder ungenaue Abschluss und jedes vermiedene Dribbling auf den letzten Metern vorm Tor sind nicht nur Zeichen von technischer Unzulänglichkeit, sowie mangelnder Konzentration und Kondition. Sie sind auch untrügliche Zeichen eines Mangels an Willen zur Macht. So auch die Unbeirrbarkeit unseres ständigen Drauflosstürmens und die kollektive Weigerung eine in die Breite angelegte Spielweise zu erlernen.
Das ist Fussball zum Schein und verdient seinen Namen nicht. Auch schön: Wir haben uns bewegt, man ist beisammen und nach 60 Minuten Rennerei schmeckt das Bier doppelt lecker. Ballsport als Zeitvertreib halt. Wirklich guten Fussball spielen und eine wirklich gute Fussballmannschaft zu sein, sei sie technisch und physisch noch so limitiert, dazu gehört wohl mehr.
Was würde Shakespeares Hamlet sagen? Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage!
Bernd
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13.11.2012. 3:1 Niederlage beim Club Italia
Im Abendspiel gegen den sehr starken Club Italia haben wir uns denkbar große Mühe gegeben den FC Chelsea gegen Barca aus der letzten Champions League Saison zu mimen und buchstäblich bis zum letzten Mann gekämpft, aber erneut fehlte uns das Glück des Tüchtigen und so konnten wir es unserem Vorbild aus England leider nicht gleichtun.
Zum Spielverlauf:
Nach erstem Abtasten und schon früher Dominanz der Gastgeber lässt sich der KSV kurzzeitig verleiten das Spielgeschick in die Hand nehmen zu wollen. Prompt fällt in der fünfzehnten Minute das 1:0 für den Gastgeber durch einen klassischen Konter, den die Italiener schnörkellos und effektiv durchziehen. Fortan sind die Rollen jedoch völlig klar und es beginnt eine Abwehrschlacht gegen extrem tief stehende KSV Kämpfer, die leidenschaftlich verteidigen und kontern. Der KSV verbarrikadiert konsequent die Strafraumzone und schickt in vorderster Front einen unermüdlichen Bernd in die Zweikämpfe, um das Aufbauspiel der Gastgeber zu stören, Weitschüsse zu unterbinden und wo möglich Ballverluste zu erzwingen. Sobald Italia auf die Flügel ausweicht, stehen dort sehr aufmerksam Martin, Björni, Justus und Andreas, die geschickt verschieben und sich nicht locken lassen. Als letzter Garant verdichtet Pit die Strafraumzentrale. Dahinter vollbringt Helmut wieder schier unglaubliche Dinge und hält uns sehr lange im Rennen.
Ab Mitte der ersten Halbzeit findet der KSV einen stimmigen Rhythmus und kann seinerseits Nadelstiche setzen. In der 25′ ist es dann soweit. Nach Ballverlust des Clubs halblinks an unserer Strafraumgrenze hat Pit das Auge für Björni und Bernd, die augenblicklich durchstarten. Etwas abgerutscht aber letztlich goldrichtig hebt Pit die Kugel Bernd in den Lauf, der damit aufs gegnerische Tor stürmt und per Beinschuss den herausgeeilten Keeper und damit die erste Hürde nehmen kann. Beim Nachstochern gegen den in höchster Not herangeflogenen Verteidiger prallt der Ball erneut in den Fünfer von wo aus Bernd ihn geistesgegenwärtig aus der Drehung im leeren Tor versenken kann. Der nasse Arsch, den er sich dabei im Fallen einfängt, ist ihm egal, außerdem hat er ihn fünf Minuten später wieder trocken gelaufen.
Die Italia-Kicker sind erst mal bedient und als es zur Halbzeitpause geht, ahnen wir, dass sie all ihre Kräfte sammeln werden, um uns in Grund und Boden zu spielen. Entsprechend leidenschaftlich und wild gestaltet sich dann in Hälfte zwei eine Angriff- und Verteidigungsorgie auf hohem Niveau, bei der Italia dreimal den gelben Karton sieht und der KSV immer noch den einen Schritt schneller ist um sich in die Bälle zu werfen und zudem einen Helmut in Galaform aufweist.
In dieser Phase belegt die Statistik wie weiland im Camp Nou 70-80% Ballbesitz für den Gastgeber. Die katalanisch kickenden Fussballer von Italia spielen immer munter um den Strafraum herum und suchen verzweifelt die entscheidende Lücke. Angriff auf Angriff, Ecke um Ecke zerschellen an unserem Verteidigungswillen wie Wellen an hohen Klippen. Im Gegenzug gelingt dem KSV allerdings sehr wenig, denn im Spielaufbau ist der Ball meist nach zwei, drei Ballkontakte wieder bei Italia, die ihrerseits läuferisch viel investieren und uns stets unter Druck setzen.
In der 45′ riecht es dennoch kurz nach einer Sensation. Bernd kann nach Ballgewinn im Mittelfeld erneut vor’s gegnerische Tor ziehen, trifft jedoch aus vollem Lauf und in Bedrängnis per Linksschuss nur den kurzen Pfosten. Hätte er doch nur Auge und Geduld für den nacheilenden Pit oder Björn auf dem anderen Flügel gehabt…! Der KSV-Chelsea hätte vielleicht obsiegen können…
Einige Minuten vor Schluss knackt Italia dann doch unsere Abwehr. Vorbei an den um Zehntel zu spät blockierenden Bernd platziert Italia einen herrlichen Distanzschuss unter die Latte. Leider unhaltbar für Helmut, der den Ball entscheidende Bruchteile von Sekunden zu spät sieht. Der KSV dreht dann noch einmal auf. Martin, Pit, Björni, Bernd und auch Andreas versuchen sich mit dem Aufgebot der letzten Kräfte in die gegnerische Hälfte hinein zu beißen. Bei einem schnellen Konter über Martin und seiner guten Flanke von rechts wagt Björni Kopf und Kragen. Seine akrobatische Flugeinlage a la’ Ibrahimowitsch endet jedoch äußerst schmerzhaft mit voller Breitseite auf der altersgeplagten Hüfte. Zu schade. Im Spätsommer seiner Karriere hatte Björni soeben entdeckt , dass er durchaus 60 Minuten durchspielen könnte. Nun müssen wir ihn in der 57′ vom Platz evakuieren und der humpelnde Peter ersetzt ihn tapfer.
Unseren Bemühungen erneut den Ausgleich zu erzielen fehlt letztlich die Genauigkeit, Kraft und der absolute Wille um sich durchzusetzen. Den Schlusspunkt setzt leider der Club mit einem schönen Treffer zum 3:1, der dem freien Stürmer zentral im Strafraum aufgelegt wird, so dass Helmut diesmal ohne Chance bleibt.
Natürlich geht der Sieg für Italia völlig in Ordnung aber es war gut zu erleben, dass wir immer an unsere Möglichkeiten geglaubt haben und damit lässt sich einiges erreichen.
Bernd
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27.10.2012. Vierter Heimsieg in Folge. 1:0 gegen Frohnau
Die Chaostheorie behauptet, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings ganze Orkane auslösen könne. In abgeschwächter Form bestätigte das Spiel gegen Frohnau diese Annahme, denn ein unmerkliches Armewackeln des Kapitäns, dass nicht einmal er selbst bemerkt hat, soll unseren Sieg angeblich irregulär erzwungen haben. Da brach dann nach 57 Minuten friedlicher Eintracht urplötzlich ein Sturm der Entrüstung los. Aber dazu später.
Von welcher Eintracht ist die Rede? Schon vor dem Spiel wies die Tabelle Frohnau und den KSV als einmütig marschierende Nachbarn mit überragenden Defensivwerten aus. Die Frohnauer mit der besten Gegentorbilanz überhaupt sowie der KSV als Anführer der Heimtabelle ohne Gegentore. Das diese Werte kein Zufall sind, zeigte dann das Spiel und so gab es Einigkeit, dass diese Partie keinen Sieger verdient hatte, abgesehen von der Tatsache, dass beide Seiten mit einem Unentschieden nicht zufrieden sein wollten und voll auf Sieg gespielt haben. Einig waren auch alle bei der Frage, dass Helmut in einer seiner überaus mutigen Aktionen den Stürmer derart touchiert hat, dass man einen Strafstoß eventuell hätte verantworten können. Einigkeit aber auch bei der Frage, dass eben jener Helmut der Mann des Spieles war, denn der zeigte wieder überragende Nerven und Aktionen, womit wieder allen vor Augen geführt wurde, warum wir ihn so lieben. Wir sind uns einig, dass wir ohne Helmut auf jeden Fall ein paar Buden geschluckt hätten. Allein in den letzten zehn Minuten hat ein immer wieder fahrlässig agierender KSV den Gästen drei Dinger aufgelegt, die man schöner nicht servieren kann. Aber Helmut, der regelrecht froh war sich so auszuzeichnen zu dürfen, steht eben beim KSV für die Null seinen Mann. Deshalb hätten auch die Frohnauer bei der Niederlage nicht klagen dürfen, denn wir hatten auch unsere Chancen, wobei vor allem Martin, Georgie und Bernd gute Möglichkeiten aus der zweiten Reihe vergaben.
Bis zur 57′ mühten sich beide Teams redlich den entscheidenden Schlag zu setzen. Diesen landete dann der glückliche KSV womit das friedliche Miteinander spontan endete und das ist zuvorderst Hardo zu verdanken, der schon vorm finalen Knockout die gefährlichsten Aktionen vorm gegnerischen Tor hatte. Drei Minuten vor Schluss ist er erneut links durch und hält fulminant drauf. Der gute Gästekeeper kann nur gegen die Latte abfälschen, worauf der Ball einmal in die Höhe springt und dem mitgeeilten Bernd die Möglichkeit gibt ihn mit dem Oberschenkel über die Linie zu drücken.
Hier zerbricht die bisherige Einmütigkeit in Sekundenbruchteilen, denn die Frohnauer wollen die ‘Hand Gottes’ gesehen haben. Ein jubelnder Bernd, der sich gerade zum Feiern dem Kreis der Mitstreiter zugewendet hat, wird vom Karte zückenden Schiri zum Mittelkreis zitiert und soll im hochnotpeinlichen Verhör ein Handspiel zugeben. Bernd reagiert entrüstet und der Schiri zeigt auf den Anstoßpunkt. Nun ist es wirklich vorbei mit dem Frieden und die Frohnauer versteigen sich zu einigen Unflätigkeiten inklusive Verweis auf mangelnde Cojones und dergleichen. Bernd nicht minder fein zurück und na ja, das kann man schöner haben. So wiederholt sich Geschichte und die Frohnauer fühlen sich wie beim letztjährigen 2:1 Heimsieg des KSV um einen möglicherweise spielentscheidenden Strafstoß und dann noch um einen Trostpunkt gebracht (Mario damals grenzwertig mit der Schulter im Strafraum und dann das last minute Siegtor von ihm).
Nach dem Spiel habe ich mir von Chicago und Elmar (die wirklich in der ersten Reihe saßen) bestätigen lassen, dass meinerseits auch kein unbeabsichtigtes Handspiel zu beklagen war. Das hätte ich, wenn auch ohne eigene Erinnerung, für durchaus möglich gehalten und meine KSVer hätten den Frohnauern gerne eidesstattlich versichert, dass ich ein grundehrlicher Kicker bin, dessen fußballerisches Schaffen allerdings selten einem absichtsvollen Handeln entspringt sondern meist unbewusst dem bloßen Zufall zu verdanken ist. Aber das können die Frohnauer nicht wissen und folglich endet ein friedlicher Kick wegen einer Nichtigkeit im stürmischen Unfrieden. Für uns alle und vor allem für unseren treuen Justus war das 1:0 jedoch ein sehr schönes Geschenk und das tauscht man natürlich nicht um, egal wie laut der Schenkende es zurückfordert. Danke an alle und nochmal einen herzlichen Gruß an den Justus.
Bernd
P.S. Geschichte wiederholt sich doppelt. Beim einzigen KSV Treffer im Rückspiel der letzten Saison haben mich die Frohnauer ebenfalls bezichtigt den Ball mit der Hand mitgenommen zu haben. War aber nicht so und der Treffer zählte (dafür gab der Keeper nicht zu, dass Andys Ball hinter der Linie gewesen war. Treffer zählte nicht.) Es ist nun zu befürchten, dass die Frohnauer die Geschichte ein drittes Mal wiederholen wollen, sprich uns in Frohnau zu demütigen (das Rückspiel endete 5:1). Da sei Helmut vor!!!
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22.09.2012. 3:1 Niederlage in Lichtenberg
Beim aktuellen Tabellenführer hat der KSV ein engagiertes Spiel abgeliefert. Aber ohne Helmut im Tor und Hardo im Sturm fielen die Dinger leider in den falschen Kasten. Schade, denn da war mehr drin.
Zum Spielverlauf:
Lichtenberg 47 tritt mit einer gleichwertigen Doppelbesetzung an. Im Kader sind mehrere Ü50er, die allerdings noch topfit sind und wohl alle schon höherklassigen Fussball gespielt haben. Da kann der KSV nicht mithalten, aber wir sind bereit viel zu investieren und unsere Tempovorteile in die Waagschale zu werfen. Ansonsten stehen beide Mannschaften defensiv tief und dicht gestaffelt. So ist das 1:1 zur Mitte der zweiten Halbzeit durchaus folgerichtig und es ist vor allem Fortuna, welche für das 2:1 sorgt und die Lichtenberger auf die Siegerstrasse bringt. Gegen dann öffnende KSV Kicker gelingt dann noch das 3:1 und erst da ist die Messe gelesen.
47 geht früh in der ersten Hälfte in Führung. Nach einem schönen Pass in die Tiefe fällt das 1:0. Dabei profitieren die Lichtenberger von einer kurzen Unachtsamkeit unserer Verteidigung und dem Pech unseres guten Hardo, der einfach auf dem falschen Bein steht. In der Folge entwickelt sich ein ziemlich ausgeglichenes Match, bei dem die Lichtenberger sehr schön und breit aufbauen aber selten gefährlich werden. Beim KSV schiebt Martin unermüdlich über rechts an. Dann geht es entweder über die rechte Flanke (Björni oder Uli) oder über Stefan als Ballverteiler in der Mitte oder auch über Bernd, der sich als Wandspieler versucht, indem er die Abwehr hinterläuft und dann bemüht ist die langen Bälle abzulegen. Viel bleibt dabei Stückwerk und dennoch wird der KSV gefährlich, wenn er die Aktionen mit Tempo durchzieht. Die beste Möglichkeit in der ersten Hälfte hat Uli, der am langen Posten wunderbar von Stefan bedient wird, aber den Ball dann nur auf den Keeper tropfen lässt anstatt voll durchzuziehen. Anfangs der zweiten Halbzeit gerät Lichtenberg gegen aggressive KSVer ins Schwimmen. Zweimal taucht Bernd gefährlich vorm Tor auf. Das eine Mal kriegt er den Abpraller nicht mehr gut kontrolliert und beim zweiten Versuch legt er anstatt selbst zu schiessen auf den rechts einlaufenden Björni, der einen gewaltigen Rechtsschuss um Zentimeter über den langen Pfosten sausen läßt. Beim 1:1 spielen Martin und Bernd nach einer kurzen Ecke von links Doppelpass und Bernd versucht es dann per Linksschuss. Halblinks aus fünfzehn Metern Entfernung findet der Ball wie mit Fernsteuerung seinen Weg zwischen linken Pfosten und Torhüter. Dabei wird der Ball entscheidend um einige Zentimeter von einem Lichtenberger abgefälscht, der diesen zuvor auch noch verdeckt hatte und so seinen eigenen Keeper überrumpelt.
In der Folge erhöht Lichtenberg sichtlich die Schlagzahl und mit ebensoviel Glück wie zuvor bei Bernds 1:1 mutiert ein harmloses Schüsschen zum Torerfolg. Der unglücklich agierende Mike schlägt beim Versuch der Klärung ein Luftloch und der direkt hinter ihm postierte Hardo läßt die Kugel völlig überrascht passieren. Die wütenden KSVer suchen erneut das Heil in der Offensive aber haben es nun mit Lichtenbergern zu tun, die endlich ihre ganze Klasse ausspielen und in langen Ballstaffetten das Spielgerät kontrollieren und uns mit einem schönen Schuss aus halblinks den letzten Nackenschlag verpassen.
Trotz enttäuschendem Endergebnis können wir uns zu Gute halten, dass wir mit unser unkonventionellen Spielweise ordentlich Druck machen konnten ohne die Defensive zu vergessen. Alle überrascht hat Björni, der sich diesmal nur laut schimpfend hat auswechseln lassen und marschiert ist, wie schon ewig nicht mehr. Wenn das so weitergeht, können sich die derzeit arrivierten Dauerspieler warm anziehen.
Danke an Hardo, der sich ohne Murren die Handschuhe übergestreift hat, wohlwissend, dass er unseren Helmut nicht ersetzen kann. Der hat uns wirklich gefehlt. Mit Helmut zwischen den Pfosten und der Offensivpower von Hardo, wäre es noch einmal ein anderes Spiel gewesen. Na ja, hätte, wenn und aber…
Gut Sport und der KSV lebe hoch, Bernd
P.S. Nachtrag zum Thema Routine. Ein altgedienter Stürmer wäre bei dem Rempler in der ersten Hälfte im Strafraum zu Boden gegangen. Das fiele mir nicht ein, aber Justus hat sicher zu Recht mit mir geschimpft. Das hätte der frühe Ausgleich sein können. Hätte…
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08.09.2012. Hinten wie vorn alles richtig 3:0 gegen Rehberge
Hinten… da steht der Helmut und das ist auch gut so. Den verdeckten Schuss in Runde eins hält er überragend und was in der Folge noch bis vor seinen Kasten kommt, meistert er total abgeklärt. Nur gegen Martin ist er machtlos. Aber der macht ja nur Spaß und liebt anscheinend den Sound von Leder auf Alu… Auch sonst macht die KSV Abwehr (fast) alles richtig. Im Verbund werden gut die Positionen und Abstände gehalten, so dass wenig anbrennt und Helmut jeweils noch die Chance bleibt im Ernstfall einzugreifen.
Hinten steht folglich wieder die Null und das ist noch besser.
Das Team von Rehberge, sichtlich angefressen von jüngsten Niederlagen, sucht zwar die Dominanz und drückt uns immer wieder gefährlich tief in unsere Hälfte. Doch wie gesagt: “Hinten, da steht der Helmut “.
Letztlich obsiegt ein breit aufgestellter KSV mit dem besseren Konzept. Durch drei blitzsaubere Konter sichert er den Erfolg, denn …
vorne haben wir Torjäger, die durchaus ihr Handwerk verstehen. Stefan hat es bis zu seinem schönen Treffer zum 3:0 zwar spannend gemacht und lieber drüber gehalten oder das Alu geprüft, doch Georgie lässt sich nicht lange bitten und markiert in klasse Manier das 1:0 sowie 2:0. Damit widerlegt er eindrucksvoll die Mär, dass der KSV keine Tore schießen könne. Wie glücklich kann ein Verein sein, der verloren geglaubte Söhne hat, die bei Wiederkehr und mit halben Knien solche Glanzlichter setzen können ?!!!! Sehr glücklich, vor allem wenn es hinten noch drei Schienen obendrauf gibt und dass Männerglück nahezu perfekt ist…
Vorne steht nun der KSV. In der Momentaufnahme belegen wir Platz 2 und so kommt es in Kürze zur Wiederholung des Spitzenspiels gegen Lichtenberg 47 (die derzeit Platz 1 belegen), welches wir in der überragenden Hinrunde der Jubiläumssaison 2010-2011 nur wegen einer Unachtsamkeit nicht mit 2:1 gewinnen konnten.
Also ist da eine Rechnung offen. Soll hinterher keiner sagen dürfen, dass wir vorne nicht mithalten können.
Dabei waren: Helmut, Gerald, Justus, Martin, Bernd, Hardo, Langhaar, Georgie, Chicago, Mario, Uli, Stefan. Auf der Tribüne Lothar sowie Andre und als schimpflich verunglimpfter Schiri Elmar (die Rote musste er geben und für den Übeltäter sollte es ein Nachspiel geben, denn der vergriff sich sehr im Ton und zeigte auch später keinen Anflug von Reue)
Bernd
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03.09.2012. 3:2 Niederlage bei Al Dersimspor
Meine Jungs haben mir gesagt, dass sie die sechste Klasse nach zehn Jahren abgeschlossen haben. So eine wissenschaftliche Abhandlung wie zum letzten Spiel verstehen sie also nicht. Ich gelobe deshalb einfache Worte zu wählen:
Zum ersten Auswärtsspiel dieser Saison dürfen wir den schönen Dersimspor-Platz bespielen, der genau zwischen der Ruine des Anhalter Bahnhofs und dem Tempodrom liegt. Die Sonne scheint auch kräftig. Schön, alles sehr schön.
Dersimspor hat sich viel vorgenommen. 14 Mann plus Trainer sind aufgeboten und die machen sich auch noch richtig warm. Laufen, dehnen etc. unter Anleitung des Trainers!!!
Entsprechend gewarnt gehen wir in die Begegnung. Die Taktik lautet: Tief stehen, Mitte verdichten und schnelle Konter über die Außenbahnen vortragen, wenn es der Spielverlauf zulässt.
Und so beginnt in beiden Richtungen ein Abnutzungskampf auf teils hohem Niveau. Dersimspor läßt den Ball gut laufen und versucht immer wieder den KSV einzuschnüren, um dann mit ihren dribbelstarken Stürmern vors Tor zu gelangen. Zudem können sie stets frische Kräfte bringen, um uns zu zermürben.
Doch der KSV hat viel entgegen zu setzen und es ist toll, was der KSV vor allem in der ersten Halbzeit in der Vorwärtsbewegung zeigt. Die 1:2 Halbzeitführung nach Toren von Stefan (locker) und Björni (schlitzohrig) war deshalb absolut verdient. Bei einer ganzen Reihe von Angriffen brennt es im Strafraum von Dersimspor lichterloh. Daraus hätte der KSV mindestens ein 1:4 machen müssen, um den Sack frühzeitig zuzubinden. Doch Björni verdaddelt zwei sehr gute Möglichkeiten (den einen Butterpass von Bernd läßt er einfach vorbeilaufen und bei Bernds Ablage von der Grundlinie haut er den 100 Prozenter ans Außennetz). Bernd verpasst ebenfalls zwei “Riesen”. Das eine mal erahnt er richtig, dass sich Hardo rechts durchtanken und flanken wird, stupst die Flanke aber aus drei Metern übers Tor. Seinen zweiten Torschuss muss ein Verteidiger auf der Torlinie retten, aber Bernd hätte da Stefan überlassen müssen, denn der hätte den Ball mitsamt Verteidiger ins Tor gedroschen.
Angelockt durch unsere großen Spielräume fällt das 1:0 in Minute 15′ just da als wir unsere Taktik missachten und die rechte Abwehrseite ohne Not entblößen. Der einzige Dersimspor Konter führt prompt zum 1:0. Das wird uns hinterher noch richtig weh tun.
Bis auf den Schnitzer zum 1:0 hält der KSV seine taktische Marschroute jedoch diszipliniert und arbeitet aufopferungsvoll. So auch Helmut, der sich wie gewohnt mutig und sicher in die Bälle und Angreifer wirft.
Nach der Pause kommt Dersimspor wie die Feuerwehr aus der Kabine und verpasst der noch unsortierten KSV Abwehr binnen weniger Minuten das 2:2 und 3:2. Dabei lassen die Angreifer von Dersimspor kurz ihre individulle Klasse aufblitzen, die wir sonst im Verbund gut im Schach gehalten haben.
Der KSV reagiert taktisch ganz richtig und öffnet keineswegs blind. Zudem muss er dem hohen Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen und agiert lange ohne Zug zum Tor. Für eine große Schlussoffensive reichen aber dennoch die Kräfte und das ist aller Ehren wert, denn wir haben zum Wechseln nur Björni (für jeweils wenige Minuten) und spät in der zweiten Halbzeit Justus (der extra vom Schiriamt aus Mahlsdorf herangehastet kommt). In den letzten Minuten gelingt es uns Dersimspor tief einzuschnüren. Aber die entscheidenden Aktionen vorm Tor lassen nun die nötige Konzentration vermissen. Stefans Schuss an die Latte kommt seinem Ziel noch am nächsten. Justus verzieht mit der Pieke gleich zweimal und Martin vergibt sehr aussichtsreich, zudem wird mehrfach der besser stehende nicht gesehen und alle Angriffsmühe verpufft.
So ein Spiel zu verlieren tut weh, vor allem wenn es die gute Chance gibt, richtig gut in die Saison zu starten. Entsprechend tief hingen die Köpfe nach dem Spiel. Doch die Moral scheint zu stimmen, denn es gab keine gegenseitigen Vorhaltungen sondern viel Ermunterung und das Bier danach schmeckte wieder gut (im Übrigen auch das leckere Köfte bzw. Sucuk im Brot im drolligen Imbiss am Platz).
Bernd
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25.08.2012. 3:0 Auftaktsieg gegen Chemie Adlershof
Aus der beliebten Serie “Helden des KSV” Teil 112 oder “Uli wie die Feuerwehr”
Eine Rumpfbesetzung mit Helmut, Gerald, Justus, Guido, Stefan, Martin, Björni und Uli erarbeitet sich gegen Chemie einen tollen Saisonauftakt und siegt verdient 3:0. Der als “Feuerwehrmann” in letzter Not herangeeilte Uli bestätigt dabei seine gute Form und erzielt nach schöner Vorlage von Björni, der ebenfalls nur zur Not aushelfen wollte, das 1:0 in der ersten Halbzeit. Die weiteren Tore fallen nach Vorarbeit von Stefan, der wie gewohnt mit guter Übersicht agiert. Als Torschütze des 2:0 ist Martin gelistet, womit er sich auch in dieser Saison anschickt als Toptorjäger aufzutreten. Über das 3:0 fehlen derzeit verlässliche Informationen, was wohl dem anschließenden Siegesrausch zuzuschreiben ist. Jedenfalls erinnert sich der Verantwortliche nicht mehr des genauen Tathergangs. Für die Null hat ein solider Defensifverbund und vor allen wieder Helmut gesorgt, der mehrfach glänzend pariert hat.
So soll es bitte weitergehen, was in der Frage der Kapitäne und des Trainers auch in der anschließenden Jahreshauptversammlung bestätigt wurde.
Bernd,
der nicht dabei war und doppelt froh ist, vom Erfolg seiner Mannen schreiben zu dürfen!
“Helden, Teil 112 (b)″ oder “Langhaar in der Krümmung des Raumes“
Man beachte auch das anhängende Grußwort des ‘begeisterten’ Präsidenten.
Die Überlieferunglücke über das letzte Spiel konnte nun geschlossen werden und hatte seinen Grund keineswegs in rauschbedingten Demenzen (wie der Autor fahrlässig unterstellt hat) sondern lag an Notwendigkeiten der Geheimhaltung, die das CERN in Absprache mit der NASA dem KSV auferlegt hatte. Nun ist es aber amtlich und in allen einschlägigen Forschungsgazetten als Sensation gepostet. Björn “Langhaar” gelingt experimental, was die Theorie der Quantenphysik bisher nur rein rechnerisch erwiesen hatte: Der Zeitsprung. Am Samstag wurde dieser unter den idealen Experimentalbedingungen des Kurios Lab For Applied Science In Space And Vootball (kurz KSV) von Björn mehrfach vollführt. Fußend auf einer relativen Meniskusvarianz jenseits von 10 hoch 17 Guidowatt und einem äußerst energiereichen Basalzustand reiner Vereinsliebe ( größer gleich der Kapitänsliebe im Bereich von 2 Kilojoule hoch 11) gelangen durch eine Triggerung mittels einer Einwechselhäufigkeit größer als 4 pro internationaler Referenzsequenz mehrere Quersprünge durch die Krümmung des Raumes!!!!!!!!!!!!!!!
Nur dank dem Gesetz der Unglaubwürdigkeit der unwahrscheinlichen Evidenz fochten die Gegner von Chemie Adlershof nicht die Unrechtmäßigkeit der eingesetzten Mittel an. Im Rahmen der Alltagswahrscheinlichkeit fanden sie keine denkbare Entsprechung für den kuriosen Umstand, dass Langhaar quasi in der Sekunde seiner Einwechslung (und wir wissen nun, dass er streng genommen schon vor seinen Einwechslungen dort war) mit dem Ball am Fuß an ihrer Eckfahne auftauchte, darauf wartend, dass die KSV Stürmer nachrückten, um seine Hereingaben zu verwerten. Sozusagen “seiner Zeit voraus” schoss er den endlich heran gehechelten Uli auf der Torlinie zum 1:0 an und besorgte in arroganter Attitüde des Gelangweilten das 3:0 gleich selbst. Die Jungs von Chemie wähnten sich jedenfalls wie im falschen Film und haben im Nachhinein die vom KSV gestellten Wasserflaschen auf Rückstände von Halluzinogenen untersuchen lassen (freilich ohne Erfolg, denn sie waren lediglich Zeugen eines bis dato für nicht durchführbar gehaltenen Experiments reiner Wissenschaft).
Wir danken Langhaar, denn er riskierte seine rein theoretisch denkbare Entmaterialisierung und insbesondere dem Katalysator Guido, der eine Destruktion seiner Gelenkkörper im Bereich der unteren Gliedmaßen billigend in Kauf genommen hat. Dank erneut an den “Feuerwehrmann” Uli, der in hochinfektiösem Zustand dem Experiment in vorderster Linie zum Erfolg verhalf, wohlwissend, dass er auf immer in einem Zeitstrudel hätte versinken können. Helden der Wissenschaft: Langhaar, Guido, Uli!!! Wer sind Gagarin und Armstrong? Heisenberg und Einstein? Chimären der Geschichte gegen unsere drei Mannen ohne Furcht und Tadel.
Und jetzt Elmar:
Anmerkungen zum Saisonauftakt.
Dem Chronisten ist entgangen, dass Langhaar das 3. Gol machte, nach toller Kombination mit Stephan und Uli. Langhaar hat super gespielt und er gehört in die 1. Mannschaft, wenn wir mal wieder die Qual der Wahl haben sollten.
Wobei wir gleich beim Thema wären. Es ist natürlich super, wenn wir mit so einer Minitruppe solche Siege holen. Aber lange halten wir das nicht durch. Wo waren wieder einige Leute? Martin hatte auch eine Familenfeier, kam zum Spiel und fuhr wieder nach hause. Uli wurde von mir aus dem Krankenbett gezogen, Justus kam schon einmal im schwarzen Anzug, direkt nach einer Beerdigung. Was nützen die schönen Worte im Casino, bei feinem Essen (von Silvana) und gutem/kalten Bier von Bitburger, wenn dann doch die Katze wieder schief schaut und die Gartenliege ruft, oder die familiäre Kaffeetafel ruft und weiß der Fuchs, was noch so angeführt wird, um sich zu drücken. Aber wehe wir sind mal wieder 3 Spieler zu viel und jemand spielt gefühlte 3 Minuten zu wenig, na dann ist wieder Bohai. Da hoffe ich nur das Trainer Justus, der übrigens nicht nur gut spielte, sondern die Mannschaft auch hervorragend eingestellt hat, solche Spiele wie das Vorgestern einfallen, wenn er entscheidet wer spielt und wer nicht.
Um mit Lothar zu sprechen, der zusammen mit meiner Wenigkeit eine hervorragende Südkurve stellte, bei manchen fehlt die Einstellung.
Dem ist nichts hinzu zu setzen. Ich hoffe immer noch, dass einige ihre Einstellung ändern oder zumindest verbessern, auch im hohen Fußballeralter. Als Vorbilder nehmt die glorreiche Siegermannschaft einschließlich Südkurve vom letzten Samstag.
Das wünsche ich mir von Herzen, denn es macht Spass.
Noch ein Wort zur Jahreshauptversammlung. Wenn wenig Mitglieder kommen, spricht das für die Gute Arbeit des Vorstands. Da der Mensch ja lieber zum Meckern kommt, als zum Loben. Also alles gut.
In diesem Sinne, nächste Woche geht es als Tabellenzweiter zum Ersten, die vom letzten Spiel werden alle kommen, da bin ich mir sicher.
Schöne Grüße vom
Präsidenten Elmar.
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