Spielbericht

09.10.2021   7:5 im Pokalfight

Not gegen Elend oder Pokalfight mit seinen eigenen Gesetzen?
Das möge jeder selber entscheiden. Als Beteiligter auf dem Platz kann es für mich aber nur ein Urteil geben: Das 7:5 gegen den „Polnischen Olympiaclub“ ist eine kleine Sensation, die im Geschichtsbüchlein des KSV durchaus ein Ehrenplatz beanspruchen darf. Bei strahlendem Sonnenschein vor großer Kurve einen Verbandsligisten auszuschalten, gelingt wahrlich nicht alle Tage.

Den Einwand, dass wir einen dankbaren Gegner hatten, da die Jungs von Olympia gerade riesige Verletzungssorgen haben, lassen wir nicht wirklich gelten. Immerhin waren sie in Mannschaftsstärke erschienen, zudem vorwiegend jünger als wir (Jahrgänge 75- 79) und organisierten sich durch Tausch auf der Torwartposition einen weiteren Feldspieler.

So what? Laufkundschaft ist der Olympiaclub keineswegs. . Entsprechend forsch präsentieren sich die polnischen Jungs vom Anpfiff an. Die ersten 5 Minuten stehen wir mit dem Rücken zur Wand und Olympia drückt dribbel- und schussstark auf die frühe Führung.
Doch heute ohne den KSV. Dem Sturmlauf Olympias verpassen wir mit dem ersten flott vorgetragenen Angriff einen Dämpfer. Aus rechter Abwehrposition gibt Bernd auf den sich gut frei laufenden Joshi weiter, der mit einem Haken seinen Bewacher abschüttelt. Seinen strammen Schuss von rechts kann der Keeper nur abklatschen lassen und Willi staubt reaktionsschnell ab.

Das ist dann auch die Blaupause des Spiels: Olympia dribbelt, schießt, ackert, macht auch fünf Buden, doch offensiv ist der KSV schnörkelloser, zielstrebiger, immer ein Schritt schneller und in der Torfolge stets voraus. Das 4:2 zur Pause wird abschließend zum 7:5 für KSV. Signifikant, dass heute nahezu jeder Abpraller nicht beim Gegner landet, sondern uns vor die Füße fällt und diesmal genügend nachrücken, um daraus etwas zu machen.

So bietet die erste Hälfte gegen einen eigentlich noch frischen Gegner ein Potpourri an Torchancen des KSV, welche Willi, Joshi, Bernd und nochmals Willi ins Netz drücken. Zu bestaunen gibt es außerdem einen Pfostenschuss von Joshi, einmal Querlatte von René nach tollem Lupfer aus vollem Lauf und einen Ballstreichler von Mario, der erst auf der Linie geklärt wird, einige Halbchancen ungerechnet. Chancen also satt.

Die zweite Halbzeit sieht einen leicht verbesserten Olympiaclub, der immerhin drei Tore schießt, aber der KSV hat stets eine Antwort parat. Allen voran René, der seinen insgesamt hervorragenden Auftritt mit einer drei Tore Gala veredelt.
Daran maßgeblich beteiligt ein bestens aufgelegter Pierre, der nach anfänglichem Ruckeln mit Mike ein kongeniales ‚Letzter Mann‘ Doppelgespann spielt, welches im Kleinfeld so wohl sehr selten zu sehen ist.

Jedenfalls gelingt es beiden defensiv die Mitte zu verdichten und nach vorne streut Pierre in der Manier des Altmeisters brandgefährliche Bälle. So z.B. beim 5:3. Pierre verzögert mit Kopf oben, bis sich Joshi auf dem rechten Flügel Platz schafft. Dann kommt der lange Flugball, den Joshi wunderbar mit den ersten beiden Kontakten am Verteidiger vorbeilegt und quer dem heranrauschenden René in den Fuß spielt. Toll auch das 6:4. Bei einem Freistoß schläft Olympia und übersieht den bestens postierten René. Pierres Flanke und Renes Kopfball sind dann wie aus dem Lehrbuch kopiert. Prima! So sieht guter Fußball aus..

Dass die letzten Minuten des Spiels zu einigem Rumgewürge in beiden Strafräumen verkommt, sei geschenkt, zumal uns eine lange Verletzungspause in neue Sorgen stürzt und den Saft abdreht.

Nicht geschenkt haben wollten wir die bittere Erweiterung unserer Verletztenliste. Aber das Schicksal fragt uns nicht nach Wünschen und wir tragen es mit Demut.

Gute Besserung!


 

Friedenauer TSC gegen KSV Johannisthal 1980 e.V.

4:4

Der KSV Johannisthal ist bekanntermaßen geschwächt wie nie. Die Verletzungssorgen reißen nicht ab. Und doch steht man am 12.09.21 gegen den Friedenauer TSC mit 9 Spielern an der Seitenlinie und beratschlagt wie das zusammengewürfelte Team am effektivsten agieren könnte. Und wenn sich Mike schon mal ins Torsteherkostüm zwängt, um je nach Betrachtungsweise den Spiderman, die Presswurst oder die Cindy aus Marzahn zu geben,  dann soll es sich auch lohnen.

Dennoch abzusehen, dass sich dieser an seine Rolle und seinen neuen Superhelden-Anzug erst gewöhnen muss. Und so führt ein Abstimmungsproblem in der 2. Minute direkt zum 1:0, weil Abwehrriese Mike  eben nicht gewohnt ist, dass er den Ball auch in die Hand nehmen darf. Schwamm drüber.

Apropos schwammig. So könnte man Joshs Manndeckung bezeichnen, der seinem Gegenspieler lediglich Begleitschutz bei einer Friedenauer Ecke bietet, damit der diese per Kullerball zum 2:0 verlängert.

Die Nerven liegen blank. War ja klar. Alles scheiße. Ja ne, nicht wirklich. Man übt konstruktive Kritik: Sichere Pässe und dann nach vorne Jungs! Direkt wieder drauf! So dauerte es lediglich eine weitere Minute bis der KSV links an der Grundlinie den Ball scharf stellt und Rene diesen geradezu ins Tor zwingt. 2:1 und die Reise geht weiter, denn Gadows Pierre dirigiert den Spielaufbau kraft Altersweisheit und schlägt  gefährliche Pässe in die Spitze. Das bringt den Gegner zunehmend ins Schwitzen. Bernd macht wie gewohnt Meter und zwingt die Offensive vorne zum Kombinieren.

Und es geht auf. In der 22.Minute ist es der kämpfende Bernd, der auf der linken  Seite im Doppelpass Josh in Szene setzt. Der nimmt den Ball in vollem Tempo mit, zieht nach innen und verwandelt sicher ins rechte Eck. 2:2! Der KSV ist zurück und lässt nun nicht locker. Nur Minuten später  braucht Josh nur den Fuß hinhalten, macht dabei aber cool auf No Look und verdaddelt die sichere Führung.

Schade Schokolade. Und so ausgeglichen das Ergebnis, so ausgeglichen auch das Spiel. Bis zum Pausenpfiff kommt Friedenau wieder zu Chancen. Begünstig von einem extrem glitschigen Platz rutscht der Ball ein ums andere Mal durch die Abwehr des KSV und Friedenau kann  2 Minuten vor der Halbzeitpause nochmal auf 3:2 erhöhen. Kurz darauf vergeigt Friedenaus bester Mann  allerdings das fast sichere 4:2.  Aber wer hat nicht Angst,  wenn Hulk im Spiderman Dress auf dich zugestürmt kommt?

In der 2. Hälfte muss der KSV auf Thomas verzichten, der bis hierhin ein solides Spiel abgeliefert hat. Dafür coacht er fortan gekonnt von der Seitenlinie und mit fortschreitender Spieldauer bekommt der KSV das Spiel immer mehr unter Kontrolle.

Der Gegner kommt  jedenfalls  nicht mehr an Spiderman ran und ballert nun aus allen Positionen. Aber weit gefehlt. Im wahrsten Sinne. Die meisten Dinger gehen  vorbei und alles andere buxiert Mike zur Seite ins Aus. Großes Lob für Mikes Leistung in der 2.Hälfte. Klasse.

Mario macht ein gutes Spiel und stört immer wieder den Gegner und auch Ronny  zeigt, dass der KSV es hier niemandem leicht macht. Nach vorne wird Druck aufgebaut und in der 53.Minute ist es wieder Bernd der den freien Mann findet. Josh, der nun weiß, dass Fuß hinhalten nicht ausreicht, stoppt den Ball gekonnt und schiebt die Pille mit aller Vorsicht rechts unten in den Kasten.

3:3 und noch 7 Minuten zu spielen. Friedenau antwortet direkt mit einem Fernschuss, der zu einem Eckball führt. Diesem folgt ein perfekter Kopfballtreffer. Neidlos anzuerkennen.

4:3 in der 54.Minute. Jetzt versucht der TSC das Ergebnis über die Zeit zu retten, aber nicht mit dem KSV. Es wird gekämpft, draufgegangen und gestört. Friedenau, die das gesamte Spiel über zeigen,  dass sie Tackels wie Schläge und Körperkontakt generell als legitime Mittel betrachten, bezahlen dafür spät mit einem 9 Meter Pfiff, nach klarem Foul gegen Rene.

Und so kann Pierre seine stabile Leistung mit dem mehr als verdienten 4:4 Treffer krönen. Alles in Allem eine gelungene Leistung mit Luft nach Oben, in Anbetracht der Umstände aber völlig zufriedenstellend. CRsteven

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