KSV Aktuell

16 April, 12:20, by Bernd

„Regional, subjektiv, saisonal”,  best soccer entertainment in town


16.04.2021. Rosemarie

Gestern hat Elmars Mutter ihre Lebensreise beendet. Zu früh, so denken sicher alle, die ihren unerschöpflichen Lebensmut kannten aber von Gott offenbar geliebt, denn sie saß heimisch im Sessel, ganz in Ruhe und beim Knabbern ihrer Lieblingscracker.

Frau Werner

Rosemarie,

tapfere unter allen Müttern (musstest du sein, bei den urgewaltigen Kindern, denen du das Leben geschenkt hast), eine der besten Kiezbücherfrauen, die Berlin Ost je gesehen hat, pfiffige Eigensinnige gegen das ehemalige DDR Einheitsgrau und treue Waschmamsel unseres Vereins. Wir denken an dich und haben dich auf immer im Herzen.

Deine KSV Familie

————————————————————————

12.04.2021. Ein Buch geht um die Welt

Und wenn wir schon mal so schön down under sind…

Buch Down Under

Folgende Grüße an Elmar begleiteten diese pittoreske Impression vom anderen Ende der Welt:

Lieber Elmar,

Die Chronik des KSV hat es nun endlich auch nach Down Under geschafft.

Eine großartige Lektüre die mir sehr viel Freude beim Lesen bereitet hat und noch bereitet (bin noch nicht ganz durch). Musste oft schmunzeln und teilweise spontan laut lachen.

Eure Bad Berka Reisen müssen ja der Hammer gewesen sein! Oder die Erlebnisse mit der Stasi. Herrlich!

Es hat sogar ein Foto mit den Brisbane Roar Schal ein Platz im Buch gefunden.  Weltklasse!

Anbei ein Schnappschuss unter der australischen Sonne mit bester Lektüre und (einigermaßen genießbarem) australischen Bier.

Ich hoffe dieser ganze Corona Mist ist bald vorbei und ich kann euch und dem Casino wieder mal einen lang überfälligen Besuch abstatten.

Alles Liebe,

Björn

——————————————————————–

10.04.2021. In einem Land in dieser Welt?

Die geneigte Leserschaft weiß sicherlich, dass der Admin unserer Homepage in Australien wohnhaft ist. Diese lange Leitung soll aber nicht als Entschuldigung für fast vierzehn Tage Funkstille auf diesem Kanal dienen. Nun sind es aber ausgerechnet News aus Down Under, die uns aus unserem Corona Tiefschlaf wecken.

Ihr findet also ein hübsches Video, dass uns unser lieber Wolfgang von seiner australischen Familiendependance hat zukommen lassen. Es zeigt letzte Minuten vor einem Heimspiel des Brisbaner Roar FC vor wenigen Wochen. Der junge Langhaarige, welcher in Minute 1:10 als erstes die Rauchfackel zündet, ist im übrigen Wolfgangs Enkel, offensichtlich glühender Verehrer der Brisbaner Löwen!

Brisbane? Da war doch was!

Ja sicher. Es ist gerade erst gute zwei Wochen her, dass die australische Provinz New South Wales, an deren nördlichen Rand Brisbane liegt, von einer Jahrhundertsintflut heimgesucht wurde. Insofern gucken wir wohl nicht mehr ganz so neidisch auf die andere Seite der Welt. Wir können nur hoffen, dass alles einigermaßen gut ausgegangen ist…

Und noch etwas für Fußball Nerds. Brisbane Roar war zur Mitte des letzten Jahrzehntes die sportliche Heimat von Thomas Broich,  „Mozart des Fußballs“, der als Riesentalent gehandelt vor gut zehn  Jahren die Flucht nach vorne hinaus aus der Scheinwelt des modernen Profifußballs europäischer Prägung suchte und in Brisbane anheuerte. Heute sehen wir ihn regelmäßig als Kommentator der ARD Sportschau. In Brisbane feierte er große Triumphe samt Meisterschaft und wurde in die Hall of Fame der Brisbaner Löwen sowie zu Australiens Spieler des Jahrzehntes gewählt. Sehr sehenswert ist die schöne Thomas Broich Doku „Tom meets Zizou“.

Tom meets Zizou – Trailer 1-6 – YouTube (cooles Tor u.a. in 4:00)

Viel Vergnügen beim Kieken der Filmchen,

euer Bernd

P.S.

Als Dank für Wolfgangs Filmeinspielung zünden jetzt bitte alle Zuhause ein Kerzchen an und knien nieder zum Gebet für seine alte Liebe den HSV. Möge das 1:2 gegen Darmstadt der letzte Warnschuss vor einem gigantischen Endspurt zur Zweitligameisterschaft werden. Wer will schon HSV gegen Hertha in Liga 2 sehen? Der Fußballgott sei uns gnädig!

—————————————————————————–

27.03.2021. „Storkow hängt schief!“

Was gemeinsame Liebe zu einem Verein und seinen Heiligtümern so bewirken kann!

Es mag gute zwölf Wochen her sein, da ereilt Gerald, Justus, Elmar und Bernd zeitgleich ein kollektives Traumerlebnis, dass sich wohl nur aus oben benannter Liebe erklären lässt. In gleicher Nacht, zur gleichen Zeit haben sie Traumbilder von einer wohlbekannten und doch seltsam unvertrauten Räumlichkeit. Kurz bevor sie unisono aus dem Schlaf hochschrecken, fokussiert der Traumblick einen hübsch gepflegten Vereinswimpel  des SSC Storkow, welcher aus einer  säuberlich Aufreihung anderer Wimpelschönheiten nur leicht schiefhängend heraussticht. In der Halbwirklichkeit ihres Erwachens ist Elmars Stimme zu vernehmen, die in der Stille von vier  Schlafzimmern erschreckend laut nachhallt: „Bernte, kümmere dich bitte nochmal, Storkow hängt schief!“

Einige Tage und etliche Telefonate später haben sich die vier Besagten tief in die Augen geschaut und ob der Deutung dieses seltsamen Traumes verständigt:

Jetzt oder nie. Das Casino braucht nach zwei Dekaden tapferer (Ab)nutzung eine Generalüberholung. Es ruft schon lange nach Wärme, Zuneigung und Pflege. Schlimm genug, dass die Jahre des wöchentlich großen Casinosummens und -brummens lange dahin zu sein scheinen und es stiller geworden ist, als das Casino je von sich selbst erwartet hätte. Obendrein nagt der Zahn der Zeit. Staub, Spinnweben, Falten und Dellen gewinnen Oberhand im ehemals glänzenden Interieur seiner jungen Tage.

Aber wenn schon, denn schon. Die vier vom Traum Heimgesuchten entschließen sich, den heiligen KSV Hallen eine All-Inklusive-Kur zugute kommen zu lassen. Entschlackung, Detox, Straffung, Bleaching, Healing, Enrichment und eine deftige Portion Sprituelles Clearing soll sein.

Es ist klar: Viel Arbeit, Durchhaltevermögen und innere Überzeugung ist gefragt. Doch Glaube versetzt Berge und so folgt dem Mysterium des Traumes ein geradezu mystisch entschlossener Verwandlungsprozess der heiligen Räume des KSV. Als hätten sie nie etwas anderes gemacht, schlüpfen Elmar und Justus in die Rollen von ordnendem Hohepriester  und heilkräftigem Schamanen, während  sich Bernd und Gerald in die Gewänder umsichtiger Tempeldiener kleiden, die einem kleinen Heer an fleißigen Messdiener*innen vorstehen. Zu nennen wären da Kathrin, Diana, Joanna, Frank, Björni, Jonny und der flinke Elektromeister.

Wochen und etliche Arbeitseinsätze, respektive spritueller Sitzungen  sind seitdem ins Land gegangen. Über 200 Stunden Arbeit und gemeinsamer Tempeldienst wurden aufgewendet. Und als sich der Herr unser Fußballgott just gestern Abend nach langer Abwesenheit ein Blick auf das ihm wohlbekannt Vereinscasino seines geliebten Kleinen Sportvereins Johannisthal 1980 e.V. gönnt, sieht er alles an, was die Fleißigen gemacht hatten, und siehe es war sehr gut….

Alles gut? Nein, nicht alles. Freundlich schmunzelnd sieht er Elmar beim verdienten Feierabendbier im Casino sitzen, dessen Blick wohlgefällig und so zufrieden wie lange nicht mehr auf allem ruht, was da neugerahmt und -gerichtet, repariert, sortiert, geräumt, geputzt, poliert, und beschildert ist. Da richtet er Elmars Blick augenzwinkernd und mit leise glucksenden Lachen auf eine winzige Unebenheit in der Phalanx der Heldenbeweise des über vierzigjährigen Vereinsbestehens. Elmar stutzt und lässt seine Stimme glockenklar erklingen:

„Bernte, kümmere dich bitte nochmal, Storkow hängt schief!“

So gesagt, gehört und umgesetzt gestern Abend 19:07 im KSV Vereinscasino.

 

P.S.

Die Geschichtsbücher bezeugen, dass es das Jahr des Herrn 1995 war, als der ruhmreiche KSV das „Storkower Freizeitturnier“ siegreich für sich entscheiden konnte. Nun hängt der Wimpelbeweis wieder gerade und braucht sich nicht mehr zu schämen im Kreise aller anderen Ruhmesbezeugungen. Vivat KSV!


24.03.2021. Gib mir ein H…

In den ersten Jahrzehnten der Bundesliga galt der VFL  Bochum lange als der „Unabsteigbare“. In den letzten gut zehn Jahren verdiente er sich jedoch den Titel des „Unaufsteigbaren“. Diese Saison verläuft allerdings gegen diesen miserablen Trend, was einen sauerländischen Westfalen wie mich mit Freude erfüllt. Beim souveränen 3:0 am Montag Abend in Düsseldorf zeigten die Kicker vom VFL jedenfalls eindrucksvoll, dass sie berechtigte Aufstiegsambitionen haben.

Ein Hauptdarsteller der Begegnung war ein gewisser Humpa, nicht „Täterä!“, sondern Hans mit Vornamen, Großvater des momentan extraordinär guten VFL Keepers Manuel Riemann. Hans Humpa hatte seinerzeit als Verteidiger bei 1860 München die Knochen hingehalten. Am Vorabend des Spiels Düsseldorf gegen Bochum ist er leider mit Mitte 80 verstorben.

Als Manuel Riemann schon zu Beginn der Begegnung gegen Düsseldorf übel am Knöchel verletzt wurde, fühlte er sich trotz „brutaler Schmerzen“ (O-Ton Kicker) verpflichtet für’n Oppa durchzuspielen und streute sozusagen als elfter Feldspieler einen wunderbaren Pass nach dem anderen ins Spiel. Mit dem höllisch schmerzenden Fuß wohlgemerkt. Somit avancierte er neben Topsprinter Gerry Holtmann zum Mann des Spieles und zementierte die Aufstiegsberechtigung des VFL mitten in den Rasen der „Merkur Spielarena“ in Düsseldorf.

Wir können uns also für die nächste Saison auf Begegnungen des VFL gegen Hertha und Union freuen und damit landen wir thematisch auch beim KSV.

Bernte 085

Der KSV 2012 auswärts im Unionblock beim VfL Bochum

Unser guter Wolfgang Mett, der endlich auch vom Aufstieg seines HSV träumen darf, wird sich, so wie einige andere, an unsere legendäre Fahrt in den Ruhrpott erinnern. Pünktlich zu Karneval 2012 trug uns ein grüner „Berliner Pilsener“ Bierbus inklusive doppelter Zapfanlage in Kolonne mit dem blechgrauen  Mannschaftsbus der „Eisernen“ in Richtung Duisburg.

Bernte 064

Chicago ließ sich an der Doppelzapfe nicht dreimal bitten.

P1030273

Justus und Chicago voller Stolz vorm Eisernen Bus!

Am Ende der Hinfahrt purzelten wir an der Sportschule Wedau strack wie die Amtmänner aus der Karre, was unser 0:17 gegen die Traditionself des MSV zwei Tage später jedoch nur halbwegs entschuldigen konnte.

Bernte 074

Andy mit Zwischenbilanz in Wedau

Allerdings waren die Tage derart mit Fußballterminen und begleitendem „Trockenheitvertreiben“ gefüllt, dass wir uns abgesehen vom völlig untauglichen Kader auch in vollkommen spieluntaugliche Verfassung versetzt hatten.

MSV_KSV

Der KSV beim MSV. 0:17: Ein zweifelhaftes ‚Vergnügen‘

Im Rückblick lässt sich jedenfalls bilanzieren, dass unsere damalige Darbietung mit Fußball genauso viel Ähnlichkeit hat wie Elmar mit Alphonso Davis…. Die Traditionskicker rieben sich entsprechend verwundert die Augen, schossen in aller Gemächlichkeit schon nach 90 Sekunden das 1:0 und spielten vor unserem Tor mit Pfosten, Latte und Helmut als unserem Keeper  Jojo nach Belieben. Entrüsteter O-Ton der MSV Seite nach dem Spiel: „Der KSV Kapitän (Meine Wenigkeit) bat um Spielzeitverkürzung“, O-Ton Björni bei seiner Einwechslung „muss ich die Jacke ausziehen?“ und mitleidiger O-Ton eines Meiderichers bei Einwechslung Chicagos „Ist der verletzt?“. Peinlich und bedauerlich, bedauerlich das alles….

MSV Aufstellung

Die Aufstellung des MSV: Der Erfahrung von 747 Bundesligaspielen und 887 Spielen in 2. Liga (ungeachtet zahlloser Oberligaspiele, etc.) stand unsererseits nur Todesverachtung und ein Gesamtblutalkoholgehalt von ca. 15 Promille gegenüber. Kann man so machen, muss man aber nicht!

 

P1030294

Gerald und Björni freuen sich auf Karneval in Duisburg

 

P1030302

Tourmanager Elmar genießt den Schauinslandausblick in der MSV Arena!

Na ja, Spaß hat es dennoch gemacht. Sehr lustig die Karnevalsparty an und in der „Schauinsland-Arena“ der Duisburger, die sich beim 0:1 gegen Pauli schonmal für die Dritte Liga warm machen konnten.

 

P1030316

Late Night „anne Castroper“

Noch cooler der KSV im Rewirpower-Stadion. Wir eingehüllt von Pyroqualm eingepfercht im und am  Gästeblock, wo sich im engen Eingangsbereich Hools die Visagen polierten. Auf dem Platz ein durchaus rassiges Zweitligaduell zugunsten des VFL. Auf Unioner Seite Tusche als Boss im Mittelfeld, auf der anderen Seite im Sturm ein gewisser Simon Terodde, der damals schon erkennen ließ, dass er für die 2.Liga eigentlich überqualifiziert ist.

Ach, waren das Zeiten!

Wer von solcherlei Schmonzetten mehr lesen und hübsche Bilder sehen will, greife zu beim Klassiker „40 Jahre KSV Johannisthal 1980 e.V. Ein Verein für die Ewigkeit“. Das Buch ist für schmale 40,40€ in der Buchhandlung „Justus Döring“ erhältlich.

Mit besten Grüßen, euer Bernd