KSV Aktuell


„Regional, subjektiv, saisonal”,  best soccer entertainment in town

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05.12.2021   Knappe Kiste. 1:2 gegen Victoria

Fangen wir von hinten an. Die Szene des Spiels ereignete sich NACH dem Spiel. Direkt nach Abpfiff eilte der baumlange Gästekeeper über den ganzen Platz um mit unserem Marco abzuklatschen und ihn mit sichtbarem Stolz auf einen Zunftgenossen vollmundig zu loben. Fehlte nur noch, dass er ihm die Torwarthandschuh küsste.

Und Recht hatte er, denn es waren Marcos Riesenparaden, die dem KSV bis in die letzten Sekunden des Spiels den Ausgleich in Griffweite hielten, was die jungen Kerle von Victoria sichtbar stresste.

So war die Großherzigkeit dieses Lobes wohl auch großer Erleichterung geschuldet. Erleichterung z.B. darüber, dass Willy gegen Ende der zweiten Hälfte mit einem wunderbaren Strich von der Srafraumkante nur den Pfosten traf. Das wäre das 2:2 gewesen und angesichts der Dynamik des Spiels, hätte die Waage sogar gänzlich zugunsten des KSV kippen können.

Victoria war kurz vor der Pause anscheinend beruhigend mit 2:0 in Führung gegangen. Wäre es dann weitergegangen wie beim Pokalspiel vor drei Wochen, hätten die Friedrichshainer nach Wiederanpfiff ein paar Buden draufgelegt und die KSV Ü 56 gemütlich untergepflügt.

Nicht aber mit dem KSV in seiner gestrigen Verfassung, vor allem nicht mit Marco. Die Halbzeit zwei geht mit 1:0 an den KSV und hätte Willy drei Zentimter mehr rechts gezielt und wären Berntes Abschlüsse nicht mit Streuung wie aus der Schrotflinte ums Tor herumgepfiffen, dann…

Na ja. Hätte, wenn und aber….

Kein HÄTTE allerdings bei Mike, der sich zunehmend zum verlässlichen Torschützen mausert. Noch am Montag hatte er mit einem satten Volleykracher in Minute 1′ die KSV 50er verzückt. Gestern wiederum sorgte er mit einem absolut souverän verwandelten 9er für den 1:2 Anschluss. Endlich sind Strafstoßtore beim KSV mal wieder kein Konjunktiv. Da hatte man ja in letzter Zeit so manches Kabinettstückchen von den nominellen Torjäger mitansehen müssen….

Fazit: Den vergleichsweise jugendlichen Tabellenzweiten aus der Stralauer Bucht in einen echten Fight zu zwingen, sollte uns allen Auftrieb verschaffen. Schön auch, dass der KSV die alte Tugend vom Kampf zum Spiel zu kommen, durchaus nicht vergessen hat. Also Wunden geleckt, Kopf hoch und mutig nach vorne.

Vamos KSV!!!

P.S.

Ach und siehe da: KSV erklimmt Platz 9 dank denkbar knapp besserem Torverhältnis. Wir sehen: Jeder Meter lohnt!

Tabelle unten

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30.11.2021  Apokalypse am Südstern

Die Saison 21/22 zeitigt beim Kleinen Sanitätsverein Johannisthal tragische Entwicklungen. Von Spieltag zu Spieltag mehr ist zu beobachten, wie sich verletzte KSV Kicker von ihren Kollegen vom  Platz tragen lassen. Die Liste der teils erheblich verletzten Körperteile geht allmählich Richtung unendlich: Fuß, Fuß, Achillessehne, Achillessehne, Achillessehne, Schulter, Knie, Ferse, Knöchel, Ferse… Gestern Abend kamen noch Knie, Ferse, Wade, Oberschenkel und Oberschenkel hinzu, was bewirkte, dass der KSV einen schwerversehrten Kollegen AUF das Feld tragen musste, um als Aushilfe für den Aushilfskeeper Notdienst im Tor zu verrichten.

Das Aushilfskeepergespann durfte sich leider Tore von höchstem parodistischem Wert einwerfen lassen. Um keinen Deut besser erging es ihren feldspielenden Leidensgenossen. Nach 30 leidlichst akzeptablen Minuten, humpelten sich die KSV Invaliden bis zum Abpfiff in eine historisch blamable Niederlage hinein und brachten  sich um den Anspruch aktuell Fußballer genannt werden zu dürfen.

Aus der einzigen Domäne, Gegner gegen Spielende in die Knie zu zwingen,  ist eine bemitleidenswerte Parodie geworden. Die bittere 3:5 Pleite gegen die Sportfreunde nach 3:0 Führung vom Anfang der Hinrunde wurde gestern jedenfalls durch einen Einbruch apokalyptischer Ausmaße getoppt.

Bitter, bitter, bitter! Quo vadis KSV?


25.11.2021   Wieder das Syndikat

Und wieder gibt es Verdachtsmomente gegen das schon mehrfache auffällig gewordene „Sauerlandsyndikat“, denn die Absage des Flutlichtspiels gegen Borussia Pankow wirft erhebliche Fragen auf.

Hintergrund: In dieser Saison weist zwar der gebürtige Sauerländer unter den Syndikatsbrüdern eklatante Abschlussprobleme auf, die beiden anderen jedoch sind so torfreudig wie eh und je unterwegs. Um jeden Preis wollen sie sich erneut mit Torjägerkanonen schmücken. Da würde es natürlich stören, wenn ein Ligaspiel versäumt wird, weil für die Brüder aus medizinischen Gründen  eine Wasser- zu Weinkur im spanischen Marbella anberaumt ist.

Nun wurde anfangs der Woche angeblich eine dunkle Gestalt in Pankow gesichtet, die sich darin versuchte, die Flutlichter der Borussia mit derben Tritten gegen die Masten auszutreten. Bilder von Überwachungskameras machen Sauerländers Bernte dringend tatverdächtig. Ein Syndikatsdelikt auf Druck seiner ehrenwerten Bruderschaft???? Kripo und Interpol ermitteln…

Wir berichten, sobald es neue Erkenntnisse gibt.

Fritze Flink

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21.11.2021 Joho und ne Buddel voll Rum

Ein nächster Doppelspieltag ist bestritten. Vorgestern Abend lief die 50er auswärts gegen DJK SW Neukölln auf und gestern hatte eine nur geringfügig aufgehübschte 40er die Adlershofer ABC Schützen zu Gast.

Die Geschichten beider Begegnungen lassen sich kurz zusammenraffen:

40er und 50er zeigen sich je nur eine Halbzeit konkurrenzfähig, schlucken folglich jeweils 5 Dinger und verlieren, weil sie den Altersnachteil nicht kompensieren können und sich je einem überragend torgefährlichen Mann der Gegenseite beugen müssen. Zudem stockt die eigene Torproduktion, auch geschuldet einer nicht endend wollenden Verletztenmisere. Nur einer trifft regelmäßig. Willy, der auf diese Weise seinen eigenen Titelkampf um sämtliche Torjägerkanonen gestaltet, während das Kollektiv Titelkämpfe bei klarer Sicht bestenfalls noch durchs Fernglas beobachten kann.

Und so singt und schunkelt sich der einst ruhmvolle Kleine Sportverein Johannisthal 1980 e.V. bandagiert an allen Körperteilen durch den Spielbetrieb: „17 Mann auf des Toten Mann Kist, joho und ne Buddel voll Rum!“ In der Kiste liegt „sportlicher Erfolg“ begraben, denn die Zeiten, da es gelang ganze Ligen zu schrecken, scheinen längst versunken. Aber überhäufige Niederlagen hin oder seltene Sensationssieg her, stets kreisen danach die Krüge und feiernd wird allem Unbill des Sports und der Coronaseuche getrotzt.

Das mag traurig oder zotig klingen, ist bei näherem Hinsehen aber eher Anlass für Freude und Zufriedenheit. Wie das?

Wer genau beobachtet, wie der KSV sich in diese Saison hineingearbeitet hat, vor allem an den vorher so gefürchteten Doppelspieltagen, wird sehen, dass der physikalische Satz der Energieerhaltung sich im höchst dynamischen Vereinsleben der letzten Monat bewahrheitet. In einem wilden Wirbel an Trainings und Spieltagen, Jubiläumsveranstaltungen und Casinoevents, vernetzen sich auf erstaunlichste Weise alle Aktiven und Freunde des KSV auf allen gängigen Kommunikationswegen bei Tag und bei der Nacht, zwecks Verabredung zu neuen Taten oder Auswertung der  vollbrachten, wobei kaum noch zu unterscheiden ist, wer eigentlich heldenhafter tätig ist. Sind es die Aktiven auf dem Rasen oder die treue Schar der mitfiebernden Fans und der Kreis der stets engagierten Funktionäre?

Ist das nicht Vereinsleben im besten Sinne? Jedwede aufgewendete Energie, jedes Rennen auf dem Platz, jedes Telefonat, all die Mühen des Umherreisens, des Hin- und wieder Wegschleppens, des Streitens und Versöhnens, sich Ärgerns und Freuens, verwandelt sich wie in einem Perpetuum Mobile in neue positive Energie. Wärme entsteht durch Reibung und die Lust am „Weiter immer weiter“ scheint eher zuzunehmen als abzunehmen, allen Niederlagen und schmerzvollen Verletzungen zumTrotz.

Wohlan! Weit schweife der Blick, gemeinsam finden wir das Glück. Die Reihen geschlossen, freudig voran, Tore geschossen, wohlan, wohlan. Joho und ne Budel voll Rum!!!!

(Auch Limo oder das alkfreie Weizen, Wasser und Bier mögen sich hier bitte angesprochen fühlen)

Bernte

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13.11.2021 Bemerkenswert #3

Wer nun mal reinhören will, wie es am Mittwoch im Kesselhaus klang, nämlich wunderbar. Bitte:

Nur für dich

Engerlinge und Shir-Ran

All together

 

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13.11.2021  Bemerkenswert #2

Spielergebnisse: 4:4, 3:4, 1:11, 7:5, 1:13, 6:5, 1:8

Torverhältnis:  23:50  Tore gesamt: 73

Tore pro Spiel: 10,43  Alle 5:45 Minuten fällt ein Tor.

Bemerkenswerte Daten einer wilden Achterbahnfahrt der KSV 40er durch Liga und Pokal, die gestern Abend eine schwindelerregende Fortsetzung fand.

Der KSV gastiert mit seiner ‚Jugendvertretung‘ auf dem Rummel in der Nähe der ähnlich benannten Bucht, verliert aber leider im Fahrtverlauf etwas die Orientierung.  Gegen die jungschen Kerle von Victoria Friedrichshain sieht es nach dem frühen Ausgleich durch Rene bis zur 23′ Minuten noch ganz ordentlich aus. Hinten hält Mike mit aller Kraft die Bremsen, damit der Achterbahnzug nicht zu sehr ins Schlingern gerät und vorne gab es nach einer schönen Kombination für Möchtegern Messi Bernd sogar die Möglichkeit zur Führung in der 15′ Minute. Berntes Drehschuss hält der Victoriakeeper „jedoch überragend“ (O-Ton Willy).

Gegen Ende der ersten Hälfte wird es Aushilfsverteidiger Glenni angesichts der flotten Fahrt allerdings schwindelig und er legt mustergültig im eigenen Strafraum auf. Passiert!

Blöd allerdings, dass es danach mit Schuss hinab und durch ein paar atemberaubende Kurven und Loopings geht. So wundert es nicht, dass wohl auch dem Ball etwas schwummerig wird. Bei einem abgefälschten Schuss anfangs der zweiten Hälfte fällt das Runde einmal auf die Latte und taumelt dann zurück vors Tor, wo der baumlange Victoriastürmer nur noch stehenbleiben muss, um einzunicken. Ein paar Minuten später will der Ball nach Pfostenschuss zurück ins Spielfeld, verirrt sich dann aber auf Marcos Rücken und von dort ungewollt ins Tor. Glück für Victoria.

Ähnliches Spielglück hat der KSV diesmal nicht. Nach vergebener Topchance von Willy kann Bernte zum vermeindlichen 2:5 Anschlusstreffer nachstochern, aber im Nachfassen hält der Keeper den schon halb hinter der Linie befindlichen Ball. Tja, Justus mit Pieke hätte den verbindlicher in die Maschen geschweißt.

Nicht verwunderlich also das Fazit der Fachleute in der KSV Kurve. Die hatten schon vorher geunkt, dass ohne Pierre, Laszlo, Justus und Glenn in der Startelf schlicht und ergreifend 250 Jahre Reife und Cleverness fehlen, um in komplizierten Spielen den Überblick zu behalten. Sie werden wohl Recht haben!

P.S.

Die eigentliche Sensation dieser Saison ist aber nicht das nicht endend wollende Torefestival der 40er. Lob und Aufmerksamkeit sollte vielmehr den Ultras um Allesfahrer Chicago gelten. Auch gestern wieder hielt eine treue Fan- und Funktionärsgruppe, bestehend aus Tino, Andi, Chicago und Justus munter die KSV Fähnchen in den nächtlichen Spreewind. Später in der Nacht wurden dann noch ganz andere Fahnen registiert, denn neben dem obligatorischen Kistchen vom kühlen Blonden hat Andi gestern noch ein Fäßchen feinstem Buds in die Kabine gestellt. Fein, fein. Weiter so!

Mess(i)anger Bernte, Ordensritter der vergebensten Topchancen

P.P.S.

Siehe da. Bei Durchsicht der gestrigen Pokalergebnisse fällt auf, dass die Jungs von Traber, von denen wir 13 Dinger bekamen, im Vorbeigehen auch den Verbandsligisten von FC Brandenburg (übrigens Berliner Pokalsieger 2018 und auch in Berlins Topliga mit 5 Siegen in 6 Spielen bestens unterwegs) mit 9:3 verdroschen haben. Das relativiert doch einiges.

 

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